Piraten unterstützen Tor-Netzwerk mit eigenem Server

Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass Tor-Nutzer, aber auch Menschen, die sich lediglich über Tor informieren, von der NSA als Extremisten markiert und überwacht werden. Dies hat der Bezirksverband Freiburg der Piratenpartei Deutschland zum Anlass genommen, am 15. Juli selbst einen eigenen Tor-Server der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. »Mit dem Betrieb eines eigenen Tor-Knotens ermöglichen wir Nutzern weltweit einen anonymen Zugang zum Internet und helfen außerdem dabei, die Geschwindigkeit des Netzwerkes zu steigern«, so Severin Bang, Vorsitzender des Bezirksvorstands.

Tor ist ein Netzwerk zur Anonymisierung von Verbindungsdaten, an dem sich bislang selbst die NSA die Zähne ausbeißt (siehe NSA-Präsentation »Tor Stinks«). Tor verschleiert die IP-Adresse des Nutzers, indem es die Datenpakete über mehrere Tor-Knoten eines weltweit verteilten Serversystems schickt. Die einzelnen Pakete, die zwischen den Knoten übertragen werden, sind zudem verschlüsselt.

Es gibt viele Gründe, sich anonym durch die globalen Datennetze zu bewegen – nicht nur in Ländern, in denen das Internet großflächig gefiltert oder überwacht wird und nicht selten ein Menschenleben von der Preisgabe vertraulicher Informationen abhängen kann. So verwenden etwa Anwälte, Journalisten oder Menschenrechtsaktivisten Anonymisierungsdienste, um ihre Klienten, Informanten oder sich selbst zu schützen – auch in Deutschland. Ebenso schützen Geschäftsleute, Prominente oder Menschen, die sensible Themen recherchieren (z. B. AIDS, Krebs, sexueller Missbrauch, Geburtenkontrolle, etc.) mittels Tor ihre Privatsphäre.

»Der Server wird von den Nutzern des Tor-Netzwerkes bereits sehr gut angenommen. Bisher wurden bereits rund 1 TB Daten übertragen«, freut sich Jan Fader, IT-Beauftragter des Vorstandes. Wer sich für den Status des Servers interessiert, findet diesen auf den Seiten des Globe-Projekts.

Details zu Tor, dessen Verwendung und der Möglichkeit des eigenen Beitrags sind auf der offiziellen Projekt-Website zu finden. Einen Rundumschlag zu Tor bietet auch die Präsentation »Anonymität im Internet mit Tor« der Elzpiraten.


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